Archiv

Im Jahre 1922 tat sich eine Handvoll Männer zusammen, um in Neukirchen b. Hl. Blut einen Sportverein aus der Taufe zu heben. Es fehlte jedoch ein Grundstück für einen Sportplatz. Die Zeiten waren nicht rosig. Kaum waren die Wunden des 1. Weltkrieges etwas vernarbt, drohte die Geldentwertung die wenigen Ersparnisse und Kriegsrenten zu verschlingen. Am 20. April 1922 wurde der Verein im Gasthaus Späth auf starke Beine gestellt. Zu dieser Zeit gab es weder Zuschüsse oder sonstige finanzielle Mittel zum Ausbau eines Sport- oder Fußballplatzes, noch griffen übergeordnete Stellen helfend ein. Aber die wackere Schar der begeisterten Sportler scheute vor dieser schwierigen Arbeit nicht zurück.

Bei der Gründungsversammlung am 20. April 1922 traten dem Verein bei: Otto Hörmann, Albert Denk, Franz Mühlbauer, Karl Rankl, Josef und Anton Neumeyer, Hans Haber, Gerichtsangestellter Korn, Schmidtbankbediensteter Schuh, Bankangestellter Ach, Zollinspektor Kraus, Josef Krämer, Zollbeamter Hans Seidl, Peter Madl, Franz Köppl, Zollbeamter Menning, Johann Kelnhofer, Rittsteig, Josef Späth und Alois Kainz. Diese Gründungsmitglieder sind schon alle verstorben.

Beim Nepomuk einem kleinen nicht einmal 15 m langen und 8 m breiten Platz, war dann die fußballfreudige Schar allabendlich anzutreffen. Innerhalb kurzer Zeit wurde dann nach der Gründung auch gleich eine Fußballmannschaft aufgestellt. Dieser 1. Mannschaft gehörten an: Josef Neumeyer, Josef Krämer, Ludwig Krämer. Franz Köppl, Hans Haber, Kraus, Peter Madl, Seidl, Dr. Hans Kammermayer, Wolfgang Bierl und Alois Kainz. Auch damals dachte man schon an die Förderung der Jugend und an den Fußballnachwuchs, weshalb eine Jugendmannschaft zusammengestellt wurde. Dieser gehörten an: Alois Weber (Kraus), Karl Tiefenbrucker, Ludwig Späth, Ludwig Stoiber, Josef Achatz, Jakob Brandl, Franz Schönberger, Hans Weber (Vogl), Anton Baumann, Alois Kainz, Hans Baumann, Josef Staudacher, Ludwig Baumann, Jakob Berghammer und Schilcher.

Als 1. Vorstand wurde damals Hans Haber bei der Gründungsversammlung gewählt. Als spätere Vorstände werden Karl Rankl und Ferdinand Schürzinger genannt. Der erste richtige Fußballplatz wurde dann auf der Tradt, dem Grundstück auf dem heute die Anwesen Plager, Obermeier und Müller stehen, errichtet. Bei der Einweihung dieses Sportplatzes am 9./10. Juni 1923 war in Neukirchen b. Hl. Blut auch schon allerhand los. Der „Bote vom Hohenbogen“ brachte anlässlich des Sportfestes und der Platzeröffnung eine Festnummer heraus. Aus dieser Quelle weiß man jetzt auch dass der Verein eigentlich schon 76 Jahre alt wird. Die Mitglieder des Turnvereins aus Furth im Wald und des TV Neuerns zeigten ein Schauturnen. Dann wurde das erste Wettspiel gegen Neuern ausgetragen. Maria Weber (Kraus), war bei diesem Fest die sogenannte „Fußballer-Braut“ eine Art Glücksbringerin für die Mannschaft.

1930 wurde der Sportplatz durch die Gemeinde als Bauland verkauft und der Sportverein pachtete für seinen Spielbetrieb das Grundstück an der Lamer Straße. Im „Boten vom Hohenbogen“ von 1930 wird vermeldet, dass aus dem alten Sportverein als Neugründung der „Turn- und Sportverein Neukirchen Hl. Blut“ entstanden ist. 1937/38 wurde dann das Grundstück bei der Klostermauer erworben und ausgebaut. Dieser Sportplatz war nach dem Zweiten Weltkrieg, die es dem Gegner schwer machte, sie zu erstürmen.

Das der Sportverein Neukirchen b. Hl. Blut im Juni 1998 sein 75-jährigens Bestehen feiern kann, verdankt er einer Handvoll begeisterter Leute. Sie tragen sich 1946 zur Wiedergründung im Gasthof Späth, um den SV wieder zum Leben zu erwecken. Schon zur damaligen Zeit gab es Damenabteilungen, wobei hauptsächlich Handball gespielt wurde. Als 1. Vorsitzender wirkten in der Nachkriegszeit Anton Baumann, Kaufmann, Karl Neumeier, Postbeamter, später dann Fritz Bohmann. Eine Zeitlang wurde der Verein von Ludwig Pfeifer, Julius Mathes und Horst Köppelle kommissarisch geführt, ehe der Kaminkehrmeister Willi Weber dieses Ehrenamt übernahm. Ihm folgten Notar Dr. Karl Kristin und Heinrich Vogl, Polizeioberinspektor. Unter Vogls Leitung wurde auch die Tribüne beim Sportplatz an der Klostermauer errichtet. Um 1965 war Josef Wollinger der Vorsitzende des Sportvereins, dann kam schon die Ära Hans Brandl. In seiner Amtszeit bis 1974 baute er den Verein mitgliederstark aus. Als Pendler waren die wenigen Tage der Freizeit stets ausgefüllt mit den Dingen, die den Verein betrafen.

Einmal fuhr man mit dem Lastwagen zu einem Spiel nach Lam. Auf der Absetz ging der Sprit aus. Die Spieler mussten notgedrungen den Lastwagen bis Engelshütt aufschieben. Auf dem Nachhauseweg von einem Fußballspiel in Ruhmannsfelden platzten hinten die Zwillingsreifen. Wegen des Gewichts mussten immer einige abwechselnd zu Fuß gehen.

1967 Stieg Neukirchen b. Hl. Blut in die B-Klasse auf. 1973 konnte das 50jährige Gründungsfest gefeiert werden, das Landrat Girmindl beschirmten. Wegen des Schulhausneubaus verlor der SV Neukirchen b. Hl. Blut seinen Platz. 1975 wurde mit dem Grundstück des Franz Münch („Naglschmid“) ein Ausweichplatz gefunden. 1978 bekam der Verein zu den Fußballern auch Damen dazu. Mit Fertigstellung der Schulturnhalle kam es nämlich zur Gründung eine Damengymnastikgruppe mit 53 Mitgliedern. Brigitte Hartl war die neue Übungsleiterin, Spartenleiterin wurde Maria Müller. Voll in den Verein integriert ist seitdem auch die Tischtennis-Abteilung (25 Mitglieder) mit Günter Haider als Abteilungsleiter. Erst der Bau der Turnhalle brachte die Voraussetzung für einen geregelten Spielbetrieb. Sogar eine Judo-Abteilung mit 45 Mitgliedern existierte für einige Zeit.

1981/82 gelang nach 25 Jahren der Wiederaufstieg in die A-Klasse, nachdem man schon des öfteren Vizemeister geworden war oder in Entscheidungsspielen mitkämpfte. Doch postwendend folgte gleich wieder der Abstieg. Die D-Jugend wurde 1982 Bayerwaldmeister. 1984 wurde das 60jährige Gründungsfest nachgeholt, weil man damit bis zu Einweihung des neuen Sportplatzes gewartet hatte. Egid Hofmann wurde zum Ehrenvorsitzenden ernannt. 1986 wurde der Meistertitel in der A-Klasse geschafft. 1986/87spielte man in der Bezirksliga Niederbayern/Ost. 1988 wurde die Bezirksliga Niederbayern/Ost geteilt. Die ersten 8 Mannschaften waren zum Aufstieg in die neue Bezirksliga berechtigt. Neukirchen schaffte es mit einem 6. Platz. Dies war zweifellos der sportliche Höhepunkt in der Karriere des SVN. Bestbesuchtes Spiel der abgelaufenen Saison war das Derby Neukirchen b. Hl. Blut – Kötzting mit 850 Besuchern.

War man am Anfang der Saison 89/90 in der Bezirksoberliga noch im Mittelfeld zu finden spielten die Mannen um Trainer Georg Schmid bald ziemlich glücklos und mussten in die Bezirksliga absteigen. Auch in der Bezirksliga wollte es nicht so richtig anlaufen. Niederlage um Niederlage musste eingesteckt werden, so dass der Abstieg in die A-Klasse nicht mehr aufzuhalten war. Aber auch da konnte sich der SVN nicht in die behaupten und stieg deshalb 1991 weiter in die B-Klasse ab. In der vierten B-Klassensaison 1994/95 lief es dann wieder besser. Nach 43:9 Punkten wurde in Arnbruck unter der großen Kulise von 1600 Zuschauern das Entscheidungsspiel gegen Viechtach ausgetragen, das der SVN mit 4:3 n.V. gewann. Die Rückkehr in die A-Klasse war geschafft. Nach zwei recht guten A-Klassen-Saisonen konnte in der gerade abgelaufenen Spielzeit der Klassenerhalt trotz eines spannenden Schlussspurts leider nicht erreicht werden. Erst in den letzten Minuten des letzten Spieltags kam das endgültige Aus für die Mannschaft um Spielertrainer Klaus Kussinger. 1990 wurde die E-Jugend Bayerwald-Vizemeister, die D-Jugend schaffte 1991 bereits zum 3. Mal den Gruppenmeister.